Obsttsäfte und Obst sind zwei grundverschiedene Dinge

Obsttsäfte und Obst sind zwei grundverschiedene Dinge

Obst ist gut, wenn man es in Maßen genießt, sagen Ernährungsexperten und Wissenschaftler. Sie sehen Obst als Nachspeise, die uns die Natur geschenkt hat. Früchte haben in Ihrer sorgsam gestalteten Verpackung eine ausgewogene Menge an Zucker, Nährstoffen und Ballaststoffen, damit unser Körper die Zeit bekommt, diese Inhaltsstoffe angemessen zu verstoffwechseln. Diese Experten raten ebenfalls dazu, pro Tag 2 Früchte zu essen. Die DGE empfiehlt 2 Portionen Obst am Tag. Was stimmt denn nun?

Sicher ist, dass Obst mal mehr, mal weniger Fruchtzucker enthält. Und sicher ist auch, dass wir auf Bio-Obst setzen sollten, weil Bio-Obst mehr Nährstoffe enthält und weniger mit Pestiziden belastet ist. Und wir wissen ebenfalls, dass süßes Obst früher nur saisonal zur Verfügung stand und man nicht das ganze Jahr kaufen konnte. Letzteres hat sich auf jeden Fall geändert. Wer sich heute zuckerfrei ernähren möchte, sollte bei Bananen, Trauben, Äpfeln und Birnen Zurückhaltung üben, weil diese Früchte besonders viel Fruchtzucker enthalten. Das wissen wir alle.

Eine gute Nachricht ist übrigens, wenn Ihr 3x die Woche Heidelbeeren esst, dann verringert Ihr das Risiko für Diabetes, wenn Ihr gepressten Saft zu Euch nehmt, erhöht Ihr das Risiko an Diabetes zu erkranken.

Fruchtsäfte haben ein anderes Kaliber. Diese Säfte wirken im Körper wie riesige Zuckerwellen, gerade für die Leber wie ein Fruktose-Tsunami. Der Körper muss sich nicht anstrengen, um Früchte in Ihre Bestandteile zu zerlegen, denn ihnen fehlen jegliche Ballaststoffe. Speziell für die Leber ist die flüssige Fruktose ein Kraftakt, den sie kaum bewältigen kann. Die Leber hat nur eine begrenzte Speicherkapazität. Überschüssiger Zucker wird in Fett umgewandelt. Wir machen ein kleines Experiment. Versetzt Euch bitte mal einen Moment in Eure Leber hinein. Es kommen gut zerkaute Apfelstücke auf Euch zu, und Ihr habt genug Zeit, Euch zu entscheiden, wo alle Bestandteile im Körper verteilt werden sollen. Wenn aber der Apfel als Apfelsaft wie eine Tsunami über Dich hinwegschwappt, dann hast Du keine Zeit, Dich zu entscheiden, wohin die Nahrungsbestandteile hinsollen. Das beeinträchtigt ganz klar Eure Entscheidungsfähigkeit. So fühlt sich dann Eure Leber. Meistens werden ja bis zu 1 kg Äpfel für 1 Liter Apfelsaft verarbeitet, versucht mal 1 kg Äpfel auf einmal zu essen, ich denke, das schafft keiner. Jetzt dürfte jedem klar sein, was Fruchtsäfte im Körper anrichten. Außerdem machen diese Zuckerbomben dick und führen zu Übergewicht. Es ist also nicht egal, wie wir das Obst konsumieren, wir sollten es lieber essen statt trinken.

Es ist nun mal Fakt, dass der Kolibri das einzige Lebewesen ist, das Fruktose direkt in Energie umwandeln kann. Warum? Weil seine Flügel 50x pro Sekunde schlagen. Mein Fazit ist; alle Obstsorten (und Gemüsesorten) essen, die Ihr mögt und die Euch vor allem gut bekommen. Obst im Ganzen trägt außerdem zur Ballaststoffzufuhr bei, was wiederum gut für unseren Darm ist und uns ein Sättigungsgefühl vermittelt. Obst ist gerade in getrockneter Form sehr ballaststoffreich. Somit könnte man fast meinen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, gesund naschen und ballaststoffreich essen. Aber Achtung! Getrocknetes Obst hat jede Menge Fruchtzucker, deshalb damit sehr sparsam umgehen. Es ist ohnehin sinnvoll, bunt und abwechslungsreich zu essen. Die Mischung macht es. Um die Frage, wie groß eine tägliche Portion Obst sein soll zu beantworten, rate ich folgendes: täglich eine Handvoll Obst (laut DGE ca. 250g am Tag), z. B. 1 Apfel, 1 Kiwi und 1 Mandarine sind durchaus in Ordnung. Obst im Ganzen ist sehr gesund, weil es viele lebensnotwendige Stoffe, wie Vitamine und Mineralstoffe enthält, die der Körper nicht selber herstellen kann. Die Wissenschaft hat außerdem entdeckt, dass auch die sekundären Pflanzenstoffe, die im Obst enthalten sind, zu unserer Gesundheit beitragen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung auf unser Immunsystem haben und positiv auf den Blutdruck wirken. Alles Argumente, weiterhin Obst zu ESSEN statt zu trinken;-).

Hinterlasst mir gerne Eure Meinung unter diesem Blogbeitrag.

Bleibt gesund, liebe grüße Anke

 

Hinweis: Das Bild habe ich selbst fotografiert, deshalb unbezahlte Werbung wegen Markenerkennung.

6 Comments
  1. Toller Blog! Sehr interessant, habe ich mal wieder was gelernt.
    Ich liebe Obst und versuche auch mich stets gesund zu ernähren 🙂

    1. Hallo Samira, vielen Dank für Dein Lob, das freut mich sehr. Gesundheit ist unser höchstes Gut und es ist schön zu lesen, dass Du auch auf dieselbige achtest. Mach weiter so! LG, Anke

  2. Sehr spannender Blog, liebe Anke und wieder mal was dazugelernt.

    Obstsäfte waren noch nie mein Ding, dafür esse ich für mein Leben gerne Obst. Mangos, Kiwis und Äpfel haben es mir besonders angetan. Ich esse Obst immer nur morgens zum Frühstück.

    Heute morgen habe ich mir zum ersten Mal einen Smoothie gemacht. Neben einer Mango, Banane und Limettensaft war noch etwas Spinat und Gerstengras dabei.

    So wie ich Deinen Beitrag verstehe habe ich meiner Leber damit zwar keinen Tsunami zugemutet, aber schon etwas Vergleichbares in abgespeckter Form. Ich denke, ich werde wieder auf ganze Früchte “umsteigen”. Wie siehst Du das?

    1. Hallo liebe Marisa, erstmal vielen lieben Dank für dein Lob und deinen interessanten Kommentar. Wenn ich Obst kaufe gehören Mangos, Kiwis und Äpfel (grün) ebenfalls zu meinen Favoriten. Smoothies sollten in der tat noch grüner sein und weniger Obst enthalten. Was man grundsätzlich hinterfragen sollte sind die Smoothies aus dem Supermarkt, die nach meiner Recherche immer mal wieder größere Mengen zugesetzten Zucker enthalten. Diese vorproduzierten Zuckerbomben sind Gift für unseren Körper. Beim industriellen Verarbeitungsprozess gehen außerdem viele wichtige Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe verloren. Bei einem Apfel beispielsweise wissen wir ja, dass viele Nährstoffe direkt unter der Schale sitzen. Ganz wichtig ist, wenn Du Dir einen Smoothie selber machst, den auf jeden Fall wie eine Mahlzeit kauen und noch mehr grün einbauen, wie zum Bsp. Feldsalat oder Avocado. Ich hoffe, ich konnte Dir wieder ein paar Anregungen geben. Liebe Grüße, Anke

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