Mit Ayurveda den Heißhunger besänftigen – so geht’s

Mit Ayurveda den Heißhunger besänftigen – so geht’s

Ayurveda – Doshas und Heißhunger

Herzlich willkommen, liebe Leser – und danke an die liebe Anke, dass Sie mich auf ihren Blog eingeladen hat, um Euch ein wenig in die spannende Welt des Ayurveda einzuführen. Ich werde Euch einen kurzen Einblick geben, was Ayurveda eigentlich ist, und wie es euch helfen kann, achtsam z.B. mit Heißhungerattacken umzugehen bzw. diesen zu ENTgehen.

Ich stelle mich mal kurz vor: Mein Name ist Beena und ich bin sowohl passionierte Hamburgerin wie auch Weltenbummlerin. Wahrscheinlich wurde mir das durch meinen indischen Vater in die Wiege gelegt (daher auch der eher ungewöhnliche Name). Ich habe mich schon länger mit Ayurveda beschäftigt, so wirklich dazu gekommen bin ich aber erst, wie so viele, durch einen besonders fordernden Lebensabschnitt: Brustkrebs.

Neben anderen natürlichen Methoden hat Ayurveda mir immens geholfen, nach meiner Brustkrebs-Diagnose, den Höllenritt von Chemo und Bestrahlung durchzustehen, und nach den Behandlungen schneller als gedacht wieder auf die Beine zu kommen. Dafür bin ich unendlich dankbar und das hat in mir den Wunsch geweckt, auch anderen durch und mit Ayurveda so zu helfen, wie es mir geholfen hat. Seit letztem Jahr bin ich nun auch beruflich in Sachen Ayurveda, Gesundheit und Ernährung unterwegs. An meine erste Ausbildung zur ayurvedischen Ernährungsberaterin schließe ich gerade eine weitere zur ayurvedischen Ernährungs- und Gesundheitsberaterin an. Danach plane ich, ebenfalls die aufbauende Ausbildung als Ayurveda Köchin zu machen. Gestartet bin ich mit meinem Blog www.ayurvegan-hamburg.de, der für mich als Berufsschreiberling (ich habe über 10 Jahre als Werbe-Texterin gearbeitet) quasi auf der Hand lag. Auf dem Blog findet Ihr Wissenswertes über Ayurveda, ayurvedische, vegane Rezepte (von Risotto über Chili, Currys, Suppen und Snacks bis hin zu dem besten Möhrenkuchen der Welt) sowie Gesundheits- und Ernährungstipps.

Ayurveda-Einführung

Ayurveda ist eine ganzheitliche, unglaublich wirkungsvolle und wunderbar nachvollziehbare Heil- und Lebenskunst, die vor tausenden von Jahren in Indien entstanden ist, und dort noch immer praktiziert wird. Hier eine kurze Einführung: Die einen nennen es Materie, die anderen Fleisch und Blut – in der Ayurveda wiederum sagt man, dass alle Menschen bzw. alle Materie aus den fünf Elementen ent- und bestehen: Luft (Bewegung), Äther (Raum), Feuer (Verbrennung), Wasser (Schmierung) und Erde (Stabilität). Diese wiederum werden den drei primären Bioenergien zugeordnet, den drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha.

  • Vata (Äther und Luft) ist das Bewegungsprinzip
  • Pitta (Feuer und Wasser) ist das Umwandlungsprinzip
  • Kapha (Wasser und Erde) ist das Strukturprinzip

Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bestimmen und erhalten das komplexe Geflecht aus unseren Körpergeweben, die uns ausmachen. So werden alle lebenswichtigen Prozesse und Funktionen in unserem Körper in Gang gehalten.

Ayurveda und die Doshas

Wir alle haben unterschiedlich ausgeprägte Anteile von allen Doshas in uns, aber mit ganz individuellen Ausprägungen. Hat jemand einen ausgeprägten Kapha-Anteil, sagt man, er hat eine Kapha-Konstitution. Das heißt, es finden sich vornehmlich die Kapha-Eigenschaften in Körper und Persönlichkeit wieder. Hat jemand ungefähr gleichviel Anteile von zwei Doshas, ist er einer der häufigen Mischtypen, z.B. ein Kapha-Pitta (das dominantere Dosha wird immer als erstes genannt). Und eher selten gibt es auch Tridosha-Typen, die zu gleichen Teilen alle Doshas in sich vereinen. Doch was macht Vata, Pitta und Kapha aus?

Vata – das primäre Luftelement mit den Eigenschaften kalt und trocken. Wer einen hohen Vata-Anteil in sich hat, ist meist ein quirliger, schlanker sehr großer oder sehr kleiner Typ. Meist kalte Hände und Füße gehören zum Vata-dominierten Typ wie auch die eher trockene Haut. Er ist immer auf dem Sprung, spontan, begeisterungsfähig, kreativ – heute hier, morgen da. Aber oft auch sensibel, nicht belastbar und dünnhäutig. Nerven und Verdauung (Verstopfung) sind typische Schwachstellen. Durch die ständige mentale und körperliche Bewegung verbraucht er viel Energie. Das macht ihn anfällig für Krankheiten. Rund 60% aller Krankheiten sind Vata-basiert. Vata-Menschen  brauchen Erdung, Ruhe und Stabilität als Ausgleich sowie Wärme, Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten. Nährende, warme und vor allem regelmäßige Mahlzeiten: Ja – trockene, kalte, rohe Mahlzeiten: Nein!

Pitta – das primäre Feuerelement mit den Eigenschaften heiß und trocken. Wer einen hohen Pitta-Anteil in sich hat, ist meist dynamischer, hitzköpfiger, selbstbewusster, organisierter und leidenschaftlicher Typ. Das innere Feuer macht sich in vielem bemerkbar: Dem inneren Antrieb, dem Ehrgeiz, der Begeisterungsfähigkeit, einer guten Verbrennung sprich Verdauung und einer Neigung zu Röte – ob Haut, Augen oder Organe. Die Pittas sind Kopfmenschen, die Struktur und Logik brauchen, viel Bewegung und viel Lob. Kritik und Stress macht sie ärgerlich, aggressiv und gereizt. Wenn sie richtig wütend werden: Lauft! Dabei haben Sie aber auch eine Menge Feuer im Herzen, das heiß und leidenschaftlich für alle brennt, die sie lieben. Pitta-Schwachstellen sind Übersäuerung in jeglicher Form, Stoffwechselprobleme und Entzündungen – Rauchen und Alkohol ist für dieses Dosha besonders schädlich. Flüssige, frische und regelmäßige Mahlzeiten: Ja – fettige, scharfe, saure, salzige Mahlzeiten: Nein!

Kapha – das primäre Wasserelement mit den Eigenschaften kühl und feucht. Wer einen hohen Kapha-Anteil in sich hat, ist ein Fels in der Brandung. Ausgeglichen, ruhig, gemütlich, geduldig, freundlich, loyal und harmonieliebend. Ihm fehlt dafür ein wenig das Feurige, Leichte, weshalb er ungern aus seinen Gewohnheiten ausbricht, sich schwer an Neues gewöhnt, dafür aber auch loyal und absolut verlässlich ist. Er trifft keine überhasteten Entscheidungen und mag Routine. Konflikte, Hektik und Stress meidet er. Er neigt zu Antriebslosigkeit, Habgier, Geiz und Neid und fühlt sich schnell als Opfer. Kaphas sollten auf genug Bewegung achten, nicht zu viel schlafen und sich generell regelmäßig in Schwung bringen. Auch wenn die Kaphas generell als das stabilste Dosha gelten, neigen sie zu Verschleimungen, Schwellungen, Fettleibigkeit, Ödemen und Atemwegserkrankungen. Warme, leichte, trockene und scharfe Mahlzeiten: Ja – fettige, süße, kalte, reichhaltige Mahlzeiten: Nein!

Ayurvedische Ernährung und Heißhunger

Wir kennen es alle: In stressigen Phasen, wenn wir krank sind, emotional unter Anspannung stehen, Hormonschwankungen haben oder manchmal auch einfach nur aus Langeweile bekommen wir sogenannte Heißhungerattacken. Das kann körperliche oder emotionale Gründe haben. Ayurvedisch betrachtet heißt es einfach: Wir sind nicht im Gleichgewicht.

Haben wir eine Heißhungerattacke, so bedeutet das meistens, wir essen: zu schnell zu viel und vor allem zu viel Ungesundes wie Fertignahrung, industriell hergestellte Snacks, zu viel Zucker, zu viel gesättigte Fette usw. Dass kann je nach Dosha oder Lebenssituation unterschiedliche Gründe haben, die hier näher beleuchtet werden.

Anmerkung: Generell wird im Ayurveda davon abgeraten, zu viel, zu schnell und vor allem unpassende Lebensmittel-Kombinationen zu essen. Das alles führt zu Ama, unverdauten Stoffwechselschlacken, die sich im Körper ablagern, unsere Gewebekanäle verstopfen, nach und nach zu Störungen und schließlich zu Krankheiten führen. Mehr Informationen findet Ihr…

…..hierzu auf https://ayurvegan-hamburg.de/ama/

Heißhungerattacken durch Stress

Stressbedingte Heißhungerattacken treten meist dann auf, wenn durch die Belastung unsere Hormone und unser Stoffwechseldurcheinander geraten. Das wiederum behindert eine gute Nährstoffaufnahme: Unser Körper kann Nahrung nicht richtig aufschlüsseln. Und das wiederum bedeutet: Wir haben Lust auf süß!

Hier kommt ein Tipp

Nummer 1: Nimm ein Gemisch aus Zitrone, Steinsalz und Ingwer vor dem Essen ein. Das unterstützt die Nahrungsaufschlüsselung und damit Nährstoffversorgung.

 Mit Ayurveda den Heißhunger besänftigen – so geht’s

  1. Regelmäßig essen!

Achtet auf regelmäßige Mahlzeiten, die Ihr in ruhiger und netter Atmosphäre einnehmt – nicht am Bildschirm und nicht in wuseliger, stressiger Umgebung. Versucht auch, euch nicht mit den Kollegen über den Job aufzuregen, über den Chef zu schimpfen oder über Probleme zu diskutieren. Das erhöht den Stress und die negativen Gefühle, schwächt die Verdauung und erhöht damit die Gefahr, dass Nahrung nicht gut aufgeschlüsselt wird. Und das wiederum führt zu Hunger und Lust auf Zucker und Süß.

  1. Mit Gewürzen die Verdauung ankurbeln.

Mischt regelmäßig Ingwer und Kurkuma ins Essen oder in den Tee. Oder kaut einfach etwas frischen Ingwer!

  1. Wenn snacken, dann richtig.

Ihr habt Hunger oder eine mental oder körperlich anstrengende Aufgabe zu erledigen? Gönnt Euch einen nährenden, aufbauenden und beruhigenden Nachmittagssnack (zwischen 14 und 16 Uhr, mit genügend Abstand zum Mittagessen): Trauben, Rosinen, Mandeln, Datteln, Walnüsse. Erinnert an das klassische Studentenfutter, welches seinen Namen nicht zu Unrecht hat. Kaphas sollten eher auf Snacks verzichten, und lieber scharfen oder bitteren Kräutertee mit Honig trinken oder ein paar Rosinen oder Reiswaffeln knappern, wenn es nicht anders geht.

  1. Trinkt den Hunger weg

Macht Euch eine Goldene Milch oder einen Chai Latte (besonders Vata-beruhigend), mit Mandelmilch oder guter, möglichst nicht homogenisierter Bio-Milch. Beruhigend wirken auch Zugaben von Muskat oder Galgant in der Milch. Auch hier sollte Kapha umsichtig sein und lieber zum Tee greifen, einem heißen Wasser mit Honig oder zu einer ayurvedischen Buttermilch (Mattha), die bei der Gewichtsreduktion unterstützt.

Das beste Mittel: In Balance bleiben

Wenn Ihr diese Tipps beachtet, kommt Ihr besser durch stressige Zeiten. Die beste Prävention ist jedoch, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Gönnt euch Ruhephasen, achtet auf regelmäßige, nahrhafte Mahlzeiten, gerade am Mittag, und vermeidet zu viel Fertignahrung, Zucker, Kaffee, Alkohol und Ähnliches. Das alles bringt das natürliche Gleichgewicht in Euch durcheinander. Wer mittags nicht oder nicht richtig isst, am besten noch im Stehen, vor dem Bildschirm oder in einer lauten Umgebung, den wird abends oder nachmittags am ehesten eine Heißhungerattacke heimsuchen. Auch viel Zucker und Fertignahrung fördern ein Ungleichgewicht und damit unkontrolliertes Essverhalten. Hört auf euren Bauch. Und kümmert euch liebevoll und achtsam um Euer Wohlbefinden – um Körper, Geist und Seele. Gesunder Genuss kann da schon Wunder bewirken. Achtet auf frische, natürliche Lebensmittel und genießt mit Liebe gekochte, nährstoffreiche Gerichte, die zu Eurer Konstitution passen. Meidet, was euch nicht guttut. Und ihr werdet merken, dass der Heißhunger bei euch keine Chance mehr hat.

 

Liebe Grüße, Beena

 

 

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