Ist Fruchtzucker für Diabetiker schädlich?

Ist Fruchtzucker für Diabetiker schädlich?

Ich höre immer wieder, dass Diabetikern, anstelle des Haushaltszuckers, Fruchtzucker oder Süßstoffe als Alternative vorgeschlagen werden. Mein Mann wurde vor Jahren von seinem Arzt für ein Präventionsprogramm für Diabetes angemeldet. Diese Programme wurden von den Krankenkassen ins Leben gerufen, um chronisch kranke Menschen noch sinnvoller behandeln zu können und um ihnen strukturiertere Vorsorgemaßnahmen zu gewährleisten. Sein Vater hatte Diabetes, und aus dieser Zeit war ihm geläufig, dass flüssiger Süßstoff für zuckerkranke Menschen eine bessere Alternative als Haushaltszucker sein muss. Ich habe den Süßstoff allerdings letztens, mit seinem Einverständnis entsorgt. Mein Mann hatte außerdem, noch Stevia ausprobiert, was ihm Gott sei Dank nicht schmeckte. Statt Haushaltszucker / Süßstoff nimmt er jetzt in geringen Mengen Birkenzucker. Aber zurück zum eigentlichen Thema, denn Diabetiker dürfen wiederum nicht „ungestraft“ süße Früchte essen. Wir wissen bereits, dass alle Fabrikzuckerarten gesundheitsschädlich und maßgeblich an Zivilisationskrankheiten beteiligt sind. Es stellt sich die Frage, was kann man dann als Ersatz für Zucker nehmen? Hier bietet die Industrie eine Reihe von chemischen Stoffen an, auch wieder Zuckerersatzstoffe. Das ist alles andere als natürlich und schon gar keine Lösung. Diabetikern kann man eine gelegentliche Verwendung von Süßstoffen zwar nicht verwehren, doch am besten ist es jeglichen schlechten Zucker zu vermeiden. Zum Abnehmen sind Süßstoffe ebenfalls nicht geeignet, denn wer Süßstoffe isst, betrügt seine Zunge, nicht aber das Gehirn. Es erwartet Kalorien und kompensiert die „versprochenen Kalorien“. Die Menschen essen also mehr, wenn sie Süßstoffe konsumieren. Wer hätte das gedacht?!

Kurze Fakten zum Thema Diabetes:

„Diabetes mellitus bedeutet Zuckerkrankheit. Sie ist die häufigste Stoffwechselkrankheit des Menschen.“ Beim Diabetes sind zwei Typen zu unterscheiden:

Der Typ-2-Diabetes tritt am häufigsten auf und tritt meist im Erwachsenenalter zutage. Bei ihm spielt Übergewicht eine entscheidende Rolle. Da die Tendenz zur Fettleibigkeit in der westlichen Welt zunimmt, nimmt auch dieser Typ deutlich zu. Er wird zunächst diätetisch, mit oralen Medikamenten und später mit Insulin behandelt.

Der Typ-1-Diabetes ist deutlich seltener und tritt bereits in der Jugend auf. Er beruht von vorneherein auf einem Insulinmangel und bedarf entsprechend therapeutisch auch von vorneherein einer Insulinzufuhr. Typ-1-Diabetes kann erblich bedingt sein.

In jedem Fall ist die Zuckerkrankheit komplikationsträchtig. Und die Lebenserwartung der Erkrankten ist deutlich verkürzt, wenn nicht frühzeitig und ausreichend intensiv behandelt wird.“ Typ-2-Diabetes kommt deutlich häufiger vor als der Typ-1-Diabetes.

Deshalb sollten Patienten nach der Diagnose Diabetes umgehend eine individuelle Ernährungsberatung erhalten. Dort erfahren sie, wie sie sich richtig und gesund ernähren können, um so ihre Blutzuckerwerte zu senken und unter Kontrolle zu behalten.

Anzeichen von Diabetes können sein

Folgende Symptome können auftreten, vor allem wenn es unentdeckt bleibt oder entgleist:

  • vermehrter Harndrang und Durst
  • Übelkeit und Gewichtsverlust
  • Übergewicht
  • Schwindel, Schwäche und Müdigkeit
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum diabetischen Koma

Wichtig ist es zu wissen, dass Übergewicht in der Jugend dazu führen kann, im späteren Leben einen Typ-2-Diabetes zu bekommen. Wer als Kind jedoch übergewichtig ist und es schafft, bis zur Pubertät normalgewichtig zu werden, der kann davon ausgehen, von der Krankheit verschont zu bleiben.

Kommen wir wieder zur Ursprungsfrage zurück, ist Fruchtzucker für Diabetiker schädlich? Fruchtzucker kommt natürlicherweise in Obst oder Gemüse vor. Fruchtzucker wird aber zum Problem für die Patienten, die permanent verarbeitete Lebensmittel konsumieren, in denen ziemlich viel Fruktose zugesetzt wurde. Fruchtzucker zählt, wie wir aus einem meiner vorherigen Artikel schon wissen, zu den Zuckeraustauschstoffen und ist ein Einfachzucker. Bei kleinen Mengen an Fruktose bleibt in der Regel ein spürbarer Anstieg des Insulinspiegels aus. Untersuchungen haben allerdings in letzter Zeit ergeben, dass große Mengen Fruchtzucker ungünstige Auswirkungen für uns Menschen haben können. Er fördert Übergewicht, Insulinempfindlichkeit, einen Anstieg der Harnsäure, Fruchtzuckerunverträglichkeit, Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Richtig ist also, dass der natürliche Fruchtzucker ohne Hilfe von Insulin verarbeitet werden kann, aber trotzdem sollten Diabetiker sehr sparsam damit umgehen.

Neu ist die Erkenntnis, dass die Fruktose außerdem auch noch das Ansprechen auf Insulin verschlechtert. Das gefährdet die Blutzuckereinstellung bei Diabetikern (Typ 2).“

Kurze Fakten:

„Zahl des Monats: 7,6 Millionen
Anzahl der Menschen mit Diabetes Typ 2 in Deutschland“

„Man geht davon aus, dass es heute weltweit etwa 415 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 79 Jahren gibt, die unter einer Form von Diabetes mellitus leiden. Man kann also von einer echten Volkskrankheit sprechen.“

Positive News:

Wie ich das auch schon bei einer Folge der Ernährungs-Docs im Fernsehen sehen konnte, haben Patienten mit Diabetes Typ 2, durch eine Veränderung des Lebensstils, Ihre Erkrankung deutlich positiv beeinflussen können. Wer sich regelmäßig bewegt und gesund ernährt (Obst, Gemüse, Ballaststoffe, gesunde Fette und pflanzliche Öle), nimmt ab und trägt dazu bei, die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen wieder zu normalisieren. Als Folge kann sich der Insulin- oder Tablettenbedarf reduzieren, in manchen Fällen kann sogar ganz auf Medikamente verzichtet werden. Falls Ihr die Ernährungs-Docs nicht kennt, könnt Ihr gerne danach googeln. Die Sendung kann ich jedem ans Herz legen. (unbezahlte Werbung aus Begeisterung;-)

Ein Beispiel von einer Nachbarin, sie hat Diabetes Typ 2. Letzte Woche erzählte sie mir ganz stolz, wie positiv sich ihr Krafttraining und ihre Ernährungsumstellung bisher auf ihre Gesundheit ausgewirkt haben. Vor einem Jahr hat sie damit angefangen und seit knapp einem Jahr nimmt sie keine Tabletten mehr. Natürlich alles unter ärztlicher Obhut. Sie verriet mir, dass sie ihren Fleisch- und Salzkonsum deutlich reduziert hat und keinen zusätzlichen Zucker konsumiert. Ihr Essen dünstet sie wegen der Vitamine im Dampfgarer. Das ist eine tolle Leistung, wie ich finde. Ich freue mich auf jeden Fall für sie, dass es ihr dank der Umstellung gesundheitlich viel besser geht. Nicht zuletzt auch wegen ihrer sportlichen Betätigung.

Warum ist Sport so wichtig für die Patienten, weil regelmäßige körperliche Aktivitäten den Blutzuckerspiegel senken kann und die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessert. Das hält genau 48h an, deshalb wird den Diabetikern regelmäßiger Sport regelrecht verordnet.

Fazit:

Es ist unserer Gesundheit auf jeden Fall zuträglich, wenn wir uns auf unseren Ursprung besinnen und natürliche, einfache Nahrung zu uns nehmen und alles an verarbeiteten Lebensmitteln weglassen. Selber kochen ist dabei hilfreich, frisches Obst und Gemüse, möglichst in Bioqualität verwenden, ebenso gesunde Fette und sich moderat bewegen. Ihr müsst keine Leistungssportler werden.

Lasst unbedingt den schlechten Zucker und alle Zuckerersatzstoffe auf Dauer weg, dass allein schon wird sich sehr positiv auf Eure körperliche und seelische Verfassung auswirken. Da bin ich mir ganz sicher!

 

Ich wünsche allen Lesern gute Gesundheit!

 

 

 

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