Achtung Zuckerlobby

Achtung Zuckerlobby

Wie die Zuckerlobby uns für dumm verkauft! Beispiele!

Die Weltgesundheitsorganisation warnt eindeutig vor zu hohem Zuckerkonsum, die Lebensmittelindustrie meint „alles gar kein Thema“ und gab in den letzten Jahrzehnten immer wieder Studien in Auftrag, die beweisen sollen, dass Zucker kein Problem für uns Menschen darstellt.

Zitat: Michael Moss, Autor von *Das Salz-Zucker-Fett Komplott*

„Sobald man die Tricks der Lebensmittelindustrie durchschaut hat, fühlt man sich beim Einkaufen stark, weil man die Wahl hat. Plötzlich ist man ein ebenbürtiger Mitspieler im großen Lebensmittelverführungsspiel.“

Täuschungsmanöver sind, hier ein Beispiel aus Marktcheck; eine Waffel mit Cerealien gefüllt und Schokolade überzogen, kann bis zu 11 Zutaten enthalten, die zum Zuckergehalt beitragen. Das sind zum Beispiel Glukose-Fruktose-Sirup, Glukosesirup, karamellisierter Zucker, Maltodextrin, Milchzucker, Molkenerzeugnis, Süßmolkenpulver, Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Zucker und gezuckerte Kondensmilch. Das macht auf 100g = 45,5 g Zucker. Und ihr habt gemerkt, Zucker steht gar nicht mal am Anfang der Nährwerttabelle.

Ein weiteres Beispiel ist der Ketchup mit der Bezeichnung „30% weniger Zucker“, der noch 16% Zucker enthält, ca. 4 TL! Der Bio-Ketchup mit Agavendicksaft enthält sogar noch mehr Zucker, nämlich 20%. Das summiert sich auf Dauer. Wenn wir über den Tag mitzählen würden, würden eine ganze Menge Zuckerwürfel vor uns liegen.

Dann wird es richtig mies, weil es die Kinder betrifft. Ein Kinderzwieback, hat laut Markcheck, pro 100g à 34,6 g Zucker. Man weiß, dass Kinder sich sehr schnell an mehr Süßes in Lebensmittel gewöhnen, weil ihre Grenze für Süßes sehr schnell hochgesetzt wird. Snacks für den Kindergarten und Schule bringen es ebenfalls auf einen hohen Zuckergehalt, nämlich stolze 36g Zucker pro 100g. Bei der beliebten Kindermilchschnitte sind in 8,3 g = 3 Würfelzucker enthalten. Bei Fruchtzwergen für Kinder enthalten 100 g stolze 11 g Zucker, das sind bei einem 6er Pack umgerechnet ca. 10 Würfelzucker. Eine Packung Kellogs Frosties kommt auf 46 Würfelzucker. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass das ein Lebensmittel für Kinder ist. Das regt zum Nachdenken an, oder?

Zitat: David Wolfe Ernährungsberater aus dem Buch „voll verzuckert“

„Wir müssen die Lehren aus der zuckerreichen Ernährung ziehen und einen Sinneswandel einleiten. Vollwertige Lebensmittel und Gemüse müssen wieder den hohen Stellenwert erhalten, der ihnen gebührt. Wenn uns das gelingt, werden unsere Kinder ganz natürlich mit dem richtigen Ernährungswissen aufwachsen.“

Achtung; wenn weniger Zucker in einem Produkt enthalten ist, soll es uns suggerieren, dass wie automatisch ein gesünderes Lebensmittel in den Händen halten. Hintergrund ist, wenn ein Lebensmittel über 30% Zucker reduziert ist, darf die Lebensmittelindustrie das Produkt als zuckerarm bewerben. Für uns Verbraucher irreführend! Ein weiterer Grund für viel Zucker in unseren Waren ist, dass ein hoher Zuckereinsatz in Lebensmitteln teure Rohstoffe spart, die Lebensmittelindustrie also preiswerter produzieren kann. Zucker ist nämlich geschmacksverstärkend, gibt dem Produkt Struktur, wirkt konservierend und ist billig. Ein Beispiel für viel Zucker sind fettarme Lebensmittel und Produkte, die mit light gekennzeichnet sind. Ernährungsexperten sehen mittlerweile die Light-Produkte kritisch.

“Wenn da draufsteht, dass Zucker reduziert ist, dann betrifft das nur den Einfach- und den Zweifachzucker, also den Haushaltszucker. Alle anderen Zuckerarten darf ich als Hersteller verwenden. Dem Körper selber ist es aber völlig egal, ob er den Haushaltszucker als Energiequelle hat oder andere Zuckerarten.”

Daniela Krehl, Ernährungsexpertin, Verbraucherzentrale Bayern

 

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